Keine Ausflüchte!

Martin NiemöllerAm 14. Januar 1892 wurde der evangelische Theologe Martin Niemöller geboren.

Den Gottesdienst aus Anlass seines 125. Geburtstages übertrug der Deutschlandfunk live aus der Martin-Niemöller-Kirche in Nürnberg. Den Gottesdienst nachhören können Sie hier.

Zum Herunterladen im pdf-Format stehen die Texte des Gottedienstes sowie die Pressemitteilung bereit

Ruhe aus Geborgenheit und nicht aus Bequemlichkeit

In seiner Sylvesterpredigt stellt Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche auch dieses Jahr die Jahreslosung des zu Ende gehenden Jahres auf den Prüfstand: „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen eine Mutter tröstet.“ (Jesaja 66,13) 

„Trost war 2016 nötig: Für die Gewaltopfer in Syrien, im Irak und in der Türkei, in Nizza, München, Ansbach, Berlin und an anderen Orten; aber auch dieses Jahr wieder in vielen persönlichen Lebenssituationen,“ so Nitsche. „Immer ging das Leben weiter, aber wie? Ohne innere Ruhe öffnet sich die Zukunft nicht und fehlt der klare Blick für das, was jetzt dran ist. Aus dem Trost des Gottes, der uns in den Arm nehmen möchte wie eine gute Mutter, kann diese Ruhe wachsen.“ 

Eine solche Ruhe aus Geborgenheit ist in seinen Augen das schiere Gegenteil einer Ruhe aus Bequemlichkeit, die das Unangenehme ausblendet und einmal gefundene Lösungen als alternativlos hinstellt. „Sie kommt aus dem Vertrauen darauf, dass ein Leben, das sich an Versöhnung und Menschlichkeit orientiert, auf Dauer Bestand hat, weil es unter dem Segen Gottes steht.“ 

Der Festgottesdienst zum Altjahresabend findet statt am Samstag, 31. Dezember 2016 um 18 Uhr in St. Lorenz in Nürnberg. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst vom Bachchor St. Lorenz unter der Leitung von KMD Matthias Ank mit Werken von Antonin Dvorak, Felix Mendelssohn Bartholdy und Martin Torp. 

Dem Unfrieden trotzen

„Die Gewalt in Aleppo, auf dem Berliner Breitscheidplatz und an vielen anderen Orten kann einen verzweifeln lassen“ sagt Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern in ihrer diesjährigen Predigt am 25. Dezember 2016 um 10 Uhr in St. Sebald in Nürnberg. „Doch Weihnachten bekräftigt Christen in ihrer Grundhaltung zur Welt: Wer auf die Verheißung vertraut, dass mit Jesus Christus Gottes Friede in die Welt gekommen ist, der lässt sich nicht davon abbringen, zu diesem Frieden etwas beizutragen – unfriedlichen Zeiten zum Trotz!“

Solidaritäts-Aktion für die Opfer von Krieg und Terror

Wir geben unsere Hoffnung auf Frieden in der einen Welt nicht auf! Vielen Menschen ist es ein Bedürfnis, Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Wir denken an die Opfer des Krieges in Syrien und anderswo sowie an deren Angehörige. Und wir denken an die Toten bei Terror-Angriffen wie am Montagabend in Berlin und deren Angehörige. 

Wir laden herzlich ein, am Freitag, den 23.12.2016 um 19.00 Uhr in die Straße der Menschenrechte zu kommen. 

An der dritten Säule, die für das Recht auf Leben und Freiheit steht, legen wir Blumen nieder und zünden Kerzen an. Mit der Aktion wollen wir ausdrücken, dass wir in Gedanken bei den Menschen sind, die in Kriegsgebieten ausharren, sich auf der Flucht befinden oder Verwandte und Freunde durch Krieg und Terror verloren haben. Wir gedenken der Kriegsopfer und der Toten von Terror-Anschlägen. Viele Blumen und leuchtende Kerzen in der Straße der Menschenrechte sind ein geeignetes Symbol für unsere Trauer um die Opfer, aber auch für die Hoffnung auf Frieden! Wir denken dabei auch, aber nicht nur an die Menschen in Syrien. Wir denken dabei an alle Menschen, die von Krieg und Terror betroffen sind.

Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Elisabeth Hann von Weyhern und Dr. Stefan Ark Nitsche, evang.-luth. Regionalbischöfe, Hubertus Förster, Stadt- und Regionaldekan der kath. Stadtkirche, Dr. Jürgen Körnlein, evang. - luth. Stadtdekan, Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg, Nürnberger Menschenrechtszentrum, Stephan Doll, Geschäftsführer DGB Mittelfranken, Amnesty International Nürnberg, Terre-des-Femmes-Städtegruppe Nürnberg, ASF Nürnberg, Jusos Nürnberg, Maede Soltani, Martin Burkert, MdB, Stefan Schuster, MdL, Gabriela Heinrich, MdB

Einsicht und Umkehr

Wie Hammerschläge dröhnten Martin Luthers 95 Thesen vor 500 Jahren in die Welt hinaus: Sie räumten die Botschaft des Evangeliums frei von dem Missbrauch, den Tetzel und viele andere damit getrieben hatten und machte sie allen Menschen zugänglich.

Doch die Hammerschläge verletzten auch: Die Reformation führte zur Spaltung der Christenheit in zwei feindliche Lager, die sich blutig bekämpften. Aber auch lange darüber hinaus bestimmten Vorurteile und Feindschaft das Verhältnis der christlichen Konfessionen: Selbst im 20. Jahrhundert war der Gegensatz von evangelisch und katholisch bis in die Familien hinein spürbar, die Älteren können ein Lied davon singen.

Um die Botschaft von dem Gott der Liebe, der in unsere Welt kommt, um uns mit sich und untereinander zu versöhnen, haben Evangelische und Katholische über Jahrhunderte unversöhnlich gestritten.

2017 findet erstmals ein Reformationsjubiläum im Zeichen der Ökumene statt. Wir sind auf dem Weg vom Konflikt zur Gemeinschaft ein gutes Stück vorangekommen und sehen, dass uns mehr verbindet, als uns trennt. Deshalb wird es im kommenden Jahr zahlreiche ökumenische Gottesdienste und Veranstaltungen geben, das Pfingstfest und das Reformationsfest etwa feiern wir gemeinsam mit Bischöfen aus ökumenischen Partnerkirchen.

Bevor wir das tun, gedenken wir der leidvollen Konfliktgeschichte in den vergangenen Jahrhunderten, bekennen, wo wir aneinander schuldig geworden sind und bitten Gott um Vergebung. Vor zweieinhalb Wochen haben wir damit im schwedischen Lund begonnen: Stellvertretend für Evangelische und Katholische haben Papst Franziskus und der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Bischof Munib Younan um Heilung der Erinnerung an die leidvolle Geschichte und der einander zugefügten Verletzungen gebetet. Am Buß- und Bettag tun wir dies in Nürnberg und an anderen Orten.

Auch Kirchen müssen Buße tun, brauchen Einsicht und Umkehr, Neuausrichtung auf die gemeinsamen Wurzeln in Jesus Christus. Dabei dürfen sie auf die Kraft der Versöhnung vertrauen. Gott sei Dank!

Gedenkgottesdienst für getöteten Polizisten

In einem Ökumenischen Gedenkgottesdienst nahmen am 20.10.2016 in Nürnberg-St. Lorenz über eintausend Menschen aus Polizei, Einsatzkräften und der Bevölkerung Abschied von dem im Dienst getöteten Polizisten Daniel Ernst. Die Predigt hielt Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern. 

Einen Fernsehbeitrag finden Sie auf den Seiten von BR24

Die neue Lutherbibel erleben

Den zum Reformationsjubiläum revidierten Text der Luther-Bibel brachte Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche gemeinsam mit Kammerschauspielerin Dr. Adeline Schebesch in einem besonderen Festgottesdienst am Sonntag, 30.10.2016 um 10:30 Uhr in der Nürnberger Egidienkirche zum Klingen. KMD Gerd Kötter gestaltete den Gottesdienst musikalisch.

 

Auf den Spuren Hermann von Loewenichs

Hermann von Loewenich, Dekan und Kreisdekan in Nürnberg von 1976-94 und Landesbischof der Evang.-Luth. Kirche in Bayern von 1994-99, zählte zu den Kirchenreformern seiner Generation. Aufgewachsen in Nürnberg zwischen Kirche und Hakenkreuz, wollte von Loewenich nach dem Krieg eine demokratische Gesellschaft mitgestalten. In seinem Amt als Studentenpfarrer inmitten der Umbrüche der 1960er Jahre wuchs sein Unbehagen angesichts restaurativer Tendenzen in der Kirche und veranlasste ihn, gemeinsam mit Gleichgesinnten eine kirchliche Reformgruppe, den »Arbeitskreis Evangelische Erneuerung«, ins Leben zu rufen. Ob als Dekan oder Kreisdekan, als Synodaler in Bayern, in überregionalen Gremien oder schließlich als Landesbischof: Von Loewenich engagierte sich für eine offene, den Menschen zugewandte Kirche, die sich selbstbewusst in der Gesellschaft positioniert.

Auf der Basis von schriftlichen Quellen und Interviews mit Zeitzeugen hat Pfarrerin Dr. Angela Hager eine Biographie über Hermann von Loewenich geschrieben, die im Buchhandel erhältlich ist.  

Sie wurde am Mittwoch, 26.10.2016 im Landeskirchlichen Archiv Nürnberg der Öffentlichkeit vorgestellt. In diesem Zusammenhang diskutieren von Loewenichs Amtsnachfolger, Altlandesbischof Dr. Johannes Friedrich, der ehemalige Syndolalpräsident Dr. Dieter Haack, Pfarrer Dr. Andreas Grabenstein und Julia Simon über die Impulse, die Hermann von Loewenich seiner Kirche mitgegeben hat. Die Moderation hatte Pfarrer Martin Tontsch. 

Für eine humane Sterbekultur

„Beim Sterben geht es um die Kultur und Humanität einer Gesellschaft. Tod und Sterben sind ein soziales Geschehen. Kein Mensch soll ohne Beistand leben oder ohne liebevolle Fürsorge und Begleitung sterben müssen. Dafür leistet die Hospizarbeit und ihre Ehrenamtlichen Großartiges.
Es steht einer Gesellschaft, die ihre christliche Kultur pflegen will, gut an, Schwerkranke und Sterbende nicht abzuschieben, ihre Wünsche und Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich dies auch etwas kosten zu las-sen. Ökonomische Zwänge müssen am Sterbebett Halt machen. Unsere Gesellschaft gewinnt durch eine humane Sterbekultur an Humanität.“

Dies sagt Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern zum Beginn der Hospiz- und Palliativwoche Nürnberg vom 2.-9.10.2016, die sie am Sonntag, 2.10.2016 in St. Klara gemeinsam mit dem katholischen Stadtdekan Hubertus Förster in einem Gottesdienst um 16:30 Uhr eröffnet.

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