Der Malerfürst der Gehörlosen

Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern überreichte der Gehörlosen- Gemeinde in Bayern ein Gemälde von Paul Ritter (1829-1907) aus der Sammlung Grieb anlässlich ihres Anerkennungsfestes als landesweite Kirchengemeinde am Samstag, 8.7.2017 in der Nürnberger Egidienkirche. 

 

Paul Ritter, der im Alter von vier Jahren krankheitsbedingt gehörlos wurde, gilt als der bedeutendste Architekturmaler des deutschen Historismus. Von Prinzregent Luitpold wurde er 1888 zum Königlichen Professor ernannt. Neben seinem künstlerischen Wirken gründete er 1870 einen Taubstummenverein in Nürnberg, dessen 1. Vorsitzender er längere Zeit war. Nach ihm ist die Paul-Ritter-Schule des Zentrums für Hörgeschädigte des Regierungsbezirkes Mittelfranken benannt. 

Manfred Grieb (1933-2012) war Druckunternehmer, Herausgeber des Nürnberger Künstlerlexikons und Kunstmäzen der Stadt. Ritters Ölgemälde aus dem Jahre 1895 „Der Marktplatz zu Nürnberg zur Zeit des Turniers 1496“ wird der Gebärdensprachlichen Gemeinde in Bayern als Leihgabe von Manfred Griebs Witwe Isolde zur Verfügung gestellt.